Lehrveranstaltungen WiSe 2011/12

Musik und Gedächtnis

Das musikalische Gedächtnis begegnet uns an vielen Stellen: so z.B. beim Ohrwurm, bei Plagiatsprozessen, der Erinnerung an autobiografische Lebensereignisse oder beim Auswendigspiel. Doch wie merken wir uns Musik, warum klingen manche Melodien ähnlicher als andere und warum funktioniert unser Gedächtnis nicht wie ein Tonband? Am Beispiel ausgewählter Phänomene wie dem Ohrwurm, Mozarts angeblich sagenumwobene Transkriptionsfähigkeiten und der Schwierigkeit, Melodien in Krebsgestalt zu erkennen, gibt das Seminar Einblick in einige Grundfunktionen des musikalischen Gedächtnisses und aktuelle Erklärungsmodelle.

  • Dozentin: Anna Wolf M.Sc.
  • Zeit/Ort: Di., 14.00-15.30 | Seelhorststr. 3, Raum 2.015 (Kurth)

Kompetenzmodelle im Musikunterricht - wie lässt sich dieses Konzept umsetzen?

Nach Beschluss der Kultusministerkonferenz wurden 2004 die curricularen Vorgaben für den Unterricht auf Kompetenzen umgestellt. Was verbirgt sich hinter diesem Konzept und was bedeutet das konkret für den Musikunterricht? Im Seminar wird der Kompetenzbegriff erörtert und diskutiert. Ein gemeinsam erarbeitetes Modell soll als Grundlage dafür dienen, Unterrichtseinheiten für den Musikunterricht zu konzipieren. Auf der Basis dieser Unterrichtseinheiten werden erste Entwürfe erarbeitet, wie eine standardisierte Überprüfung der erworbenen Kompetenzen aussehen kann. Schwerpunktmäßig wird der Kompetenzbereich „Musik machen/Musik gestalten“ behandelt.

  • Dozenten: Prof. Dr. Franz Riemer, Caroline Cohrdes
  • Zeit/Ort: Mi., 11.00-13.00 | Emmichplatz 1, Raum 315

Aktuelle musikpsychologische Forschung

Diskussion aktueller Forschung und Vorstellung eigener Arbeiten. Dringend empfohlenes Kolloquium für Bachelor- und Masterstudierende, die eine empirische Arbeit zur Musikforschung planen. Voraussetzung: Grundkenntnisse empirischer Forschung.

Musikalische Begabung und ihre Messbarkeit

In seinem 1896 erschienen Buch „Wer ist musikalisch?“ setzte sich Theodor Billroth als einer der ersten modernen Vertreter der psychometrischen Forschung mit der Frage auseinander, welche objektiven Kriterien und Verfahren für die Erfassung von Musikalität berücksichtigt werden sollten. Mit dem Bestreben, Musikalität als (angeborenes) Talent der Messung zugänglich zu machen, reiht sich Billroth in eine Reihe berühmter Forscher seiner Zeit ein, die sich zum Ziel gesetzt hatten, komplexe psychologische Konstrukte (wie beispielsweise Intelligenz) bestimmbar machen zu können. Seit dieser Zeit hat die musikalische Entwicklungsforschung mehrere Paradigmenwechsel hinsichtlich der Theorie und Erfassung von Musikalität erfahren. Beeinflusst wurden diese Veränderungen von den theoretischen Konzeptionen und methodischen Entwicklungen neuerer psychometrischer Verfahren zur Erfassung von Intelligenz in der Psychologie.
Im Seminar werden wir uns mit ausgewählten Musikalitätstests befassen und gleichzeitig die Geschichte der musikbezogenen Psychometrik von den Anfängen Billroths bis heute verfolgen. Hierzu werden wir uns mit den Prinzipien der psychologischen Fragebogen- und Testkonstruktion vertraut machen. Immerhin können wir in der Musikpsychologie mittlerweile auf eine mehr als 90-jährige Tradition der Testentwicklung zurückgreifen. Die Seminarveranstaltungen werden von den Studierenden multimedial gestaltet, wobei Testanwendungen, Datenerhebungen bzw. -auswertungen und die Fragebogenentwicklung zum Einsatz kommen werden. Kenntnisse in quantitativen Methoden werden dabei nicht vorausgesetzt. Alle Seminarteilnehmer bereiten sich außerdem jeweils mit englisch- und deutschsprachigen Texten vor.
Ziele: Vermittlung der psychometrischen Geschichte zur Musikalitätsforschung, Kennenlernen ausgewählter prototypischer Messinstrumente zur Musikalitätserfassung, Vermittlung grundlegender Kenntnisse in der Fragebogen- und Testkonstruktion, Vermittlung grundlegender Kenntnisse der quantitativen Methoden.

 

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Zuletzt bearbeitet: 27.05.2013

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