Online-Studie zur schnellen Musik-Erkennung (2018)

Multitasking mit den Ohren: Unser Gehör leistet Erstaunliches

Unser Gehör ist zu außergewöhnlichen Leistungen in der Lage. Gleich mehrere Musikinstrumente und Stimmen können wir zeitgleich wahrnehmen und voneinander trennen – und zwar in Sekundenbruchteilen. Das zeigt eine in Veröffentlichung befindliche Studie des Hanover Music Lab.

Felix Thiesen, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe um Prof. Dr. Reinhard Kopiez, beschäftigt sich in seiner Doktorarbeit mit diesem Bereich der menschlichen Wahrnehmung. „An unserer letzten Studie haben über 500 Personen teilgenommen. Einige von ihnen waren in der Lage, bekannte Musikstücke anhand von Ausschnitten wieder zu erkennen, die lediglich eine Zehntelsekunde dauerten. Das können allerdings nur die Wenigsten, etwa ein bis drei Prozent“, so der Wissenschaftler. Weit mehr Menschen sind jedoch dazu in der Lage, die einzelnen „Spuren“ einer Komposition, also die verwendeten Instrumente und Stimmen, voneinander zu unterscheiden. Musiker scheinen musikalischen Laien in dieser Hinsicht übrigens nur geringfügig überlegen zu sein. Mit der Erhöhung der Ausschnittdauer auf 200 Millisekunden, also eine Fünftelsekunde, steigen die Erkennungsleistungen von Titeln und Interpreten sprunghaft an.

In einer neuen Studie, die kürzlich durchgeführt wurde, untersucht die Hannoveraner Forschungsgruppe nun, welche konkreten Bestandteile der Instrumentierung eines Stückes wie häufig korrekt erkannt werden. Dabei sind die meisten Teilnehmenden erstaunt darüber, wie viel sich aus kurzen Klangschnipseln bereits über deren Bestandteile feststellen lässt.

Hören Sie hier das Interview zur Studie mit HML-Mitarbeiter Felix Thiesen.

 

Zuletzt bearbeitet: 11.09.2019

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