Musikpsychologie zum Mitmachen im #KNOWember

Im Rahmen des „November der Wissenschaft“ führte das Hanover Music Lab am 16. November 2018 durch zwei Mitmach-Experimente.

Prof. Dr. Reinhard Kopiez, Leiter des Hanover Music Lab, eröffnete die Veranstaltung mit einer kurzen Einführung in die Arbeitsweisen und Gegenstände der Musikpsychologie. Master-Studentin Viola Pausch lud zur Teilnahme an einer Studie ein, in deren Rahmen die Teilnehmenden gefordert waren, Aufnahmen verschiedener Klavierstücke professionellen Pianisten und Pianistinnen oder Wunderkindern zuzuordnen. Die anspruchsvolle Aufgabe sorgte auch unter den Gästen der Veranstaltung für Diskussionsstoff. Die Frage einer Teilnehmerin: „Kann ein Kind wirklich leisten, was ein Erwachsener nach jahrelanger Ausbildung am Instrument erst beherrscht?“ Technisch ist das möglich, so das Fazit des Vortrags, „musikalische Experten und Expertinnen erkennen die erfahreneren Erwachsenen jedoch häufig an ihrem Ausdruck während des Spiels“, kommentiert Viola Pausch den Stand ihrer Arbeit.

Bild: Viola Pausch erläutert die Ergebnisse ihrer Studie.

HML-Mitarbeiter Felix Thiesen befragte die Teilnehmenden in einem weiteren Experiment zu sehr kurzen Ausschnitten aus Musikstücken (Plinks). Das Fazit: Menschen sind in der Lage, schon nach etwa 100 Millisekunden eines Pop-Songs zuverlässige Aussagen z. B. über Titel und Interpret_innen zu treffen. Warum das so ist und welche Erkennungsleistungen zu welchem Zeitpunkt einsetzen, das erforscht Thiesen aktuell in einer Online-Studie. „Heiße Spuren scheinen in unserer sehr differenzierten Fähigkeit zur Unterscheidung von Stimmen und in der gefühlten Transparenz des Klanggemischs zu liegen,“ so Felix Thiesen. Unter anderem soll diese Erkenntnis in ein Modell der sogenannten mikrozeitlichen Hörwahrnehmung als Bestandteil seiner Dissertation eingehen.

Bild: Felix Thiesen erläutert den Stand der Forschung zur mikrozeitlichen Hörwahrnehmung.

Der von der Initiative Wissenschaft ausgerichtete November der Wissenschaft findet dieses Jahr zum sechsten Mal statt. Unter dem Schlagwort „KNOWember“ bieten wissenschaftlich arbeitende Institutionen der Region noch bis zum 21.11. Einblicke in ihre Arbeit.

 

Zuletzt bearbeitet: 21.11.2018

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